Alderney – in Quarantäne

Nach genauer Planung zur Umgehung der berüchtigten Verwirbelungen am Kap La Hague sind wir bei schönen Wetter mit entsprechender Unterstützung des Tidenstroms in einer zügigen Fahrt – in der Spitze 10kn über Grund -in Alderney angekommen. Am Kap La Hague treffen 2 Tidenströme aufeinander, die zu heftigen Verwirbelungen und Wellen führen können. Insbesondere das sogenannte Alderney Race kann mit bis zu 10 Knoten laufen. Da sind schon ordentliche Wassermassen unterwegs.

Die notwendigen Formulare waren ausgefüllt, die Tests bezahlt. Aber schon beim Einlaufen in den Hafen kam durch Port Control die enttäuschende Nachricht, dass das Ergebnis der Test 2-3 Tage dauern könnte, das hatte auf den Web-Seiten anders geklungen, eher nach Stunden. Jetzt liegen wir zunächst an einer der reservierten Quarantänebojen und dürfen nicht an Land bis die Ergebnisse unserer Test da sind.

Da Alderney zu Guernsey gehört und morgen ein gutes Fenster zur Weiterreise ist, überlegen wir – in Absprache mit Border Control! – den Wartetag zu nutzen und nach Guernsey weiterzufahren. Noch hoffen wir aber, das Ergebnis Morgen früh zu bekommen und wenigstens etwas von Alderney zu sehen.

Über Dieppe nach Le Havre

Von Boulogne Sur Mer waren wir enttäuscht. Der Ort war uninteressant und scheinbar im Verfall begriffen. So starteten wir mit stabilerem Wetter nach Dieppe. Noch immer kam der Wind mit 5 Windstärken eher achterlich denn raumschots und brachte uns zusammen mit dem Tidenstrom zwar eine schnelle Fahrt aber auch ein ziemliches Geschaukel. Immer wieder drehte das Boot über die Wellenkämme deutlich weg, der Autopilot war hart am Arbeiten. Wie schon am Vortag wurde es mit Kippen des Tidenstroms noch unangenehmer. Ulrike bekommt das garnicht, eine neue Erfahrung, die wir aus der Ostsee so nicht kennen.

Im Gegensatz zu Boulogne Sur Mer hat uns Dieppe positiv beeindruckt. Schon die Lage des Hafens wesentlich schöner, man sah auf eine nette Hafenpromenade mit Leben und Abends sogar Live-Musik vom Bistro organisiert. Da der Wind immer noch blies, beschlossen wir einen Tag zu bleiben. Für Samstag war die Prognose besser. Wir schauten uns Dieppe an.

Samstag dann 5:30 Uhr ablgegen nach LeHavre – es lebe die Tide. Ein Regenschauer ging nieder und wechelte zu Nieselregen. Ablegen im noch stockfinsteren Morgen. Port Control verabschiedet und in bestem Französisch – ich nahm es als Genehmigung zum Ausfahren. An-und Abmelden ist in den Industriehäfen durchaus üblich bis gefordert. Große Frachter, schnelle Fähren können schon Hektik bekommen wenn ein kleines Sportboot auf einmal um die Ecke kommt. Dank AIS wird man gesehen und dann auch schon mal ermahnt – auch heftiger.

Wieder eine schnelle Fahrt. Der Wind stand gut, der Tidenstrom schon zumindest die ersten 40sm. Nach 9 Stunde hatten wir gut 55sm abgesegelt und lagen im großzügigen Hafen von LeHavre auch wenn genau beim Anlegen die Nachmittgsbrise noch ein paar ordentliche Böen spendierte.

Le Havre wurde im Kern nach 1950 komplett neu aufgebaut – etwas Einheitsarchitektur aber recht gut gelöst. Die Stadt macht einen hellen Eindruck, das Leben pulsiert. Die Bevölkerung geniesst die schönen Restsommertage – Strandleben, Skateboardevent, es ist einiges los.

Wir machen jetzt eine kurzen Abstecher nach Hause. Beide Kinder sind in den Semesterferien da. Dann überlegen wir wie wir weiterfahren werden. Die Kanalinseln sind ggf wegen Coronbeschränkungen nicht anfahrbar. Die Erfahrung der letzten Wochen hat auch gezeigt, dass wir langsamer vorankommen – teilweise bedingt durch das Wetter aber auch, weil wir ja etwas sehen wollen.

Ärmelkanal

Um 9:30 sind wir heute Morgen in den Ärmelkanal eingelaufen. Die Grenze zwischen Nordsee und Ärmelkanal wird definiert durch die Linie vom Walde Leuchtturm in Frankreich und Leaethercoat Point auf der Englischen Seite.

Um 7 Uhr waren wir in Dunkerque ausgelaufen und konnten wieder durch den Tidenstrom eine schnelle Fahrt machen, der Wind kam achterlich mit 5 BFT. Nachdem wir Calais passiert hatten kamen auch gut sichtbar die Felsen von Dover Querbalken.

Wenig später passierten wir zunächst Cap Blanc Nez und kurz darauf Cap Griz Net. Jetzt änderte sich die Küste – statt langgestreckten flachen Sandstränden erhoben sich die Küsten mit grünen Wiesen. Durch die Kursänderung ergab sich auch ein entspannteres Segeln mit Sonne am Himmel

Kurz nach Mittag erreichten wir Boulogne Sur Mer

Frankreich !

Nachdem uns das Wetter wieder 2 Tage länger in Zeebrugge gehalten hatte als geplant – die Zeit haben wir gut für Besichtigungen genutzt, uA konnten wir dadurch auch noch nach Gent – hat der Wind heute auf Nord gedreht und bot damit die Chance weiter Richtung Süden zu kommen.

In der spätsommerlichen Dämmerung, die Tage werden deutlich kürzer, fuhren wir schliesslich bei 5-6 Windstärken aus dem Hafen. Der Tidenstrom schob uns die ersten Stunden ebenfalls, so dass wir nur mit gerefftem Großsegel mit 7-8 Knoten zügig voran kamen. Die Wellen gaben zwar durch den Winkel von hinten etwas Schaukel aber letztendlich war es in Ordnung.

10 Meilen vor Dunkerque (Dünkirchen) kippte wie erwartet der Strom und reduzierte die Geschwindigkeit auf 4-5 Knoten. Wir hatten aber das mitlaufende Wasser gut genutzt.

Nach weniger als 7 Stunden lagen wir mit 41sm gesegelt im Hafen von Dunkerque und haben damit unseren ersten französischen Hafen erreicht – sah man sofort am Weinregal im kleinen. Supermarkt.

Sollte das Wetter wie geplant bleiben geht es Morgen gleich weiter. Wir wollen die Tage nutzen und etwas Strecke machen mit Ziel erstmal Le Havre.

Hafentage Thyboron, Warten

Leider ist die angekündigte Wetterberuhigung nicht eingetreten. Der Wind pfeift durch die Wanten mit 5-6 BFT, weiter im Süden – unserem Zielbereich – eher auch 7BFT. Dies macht die Einfahrt in die Häfen über die schmalen Kanaleinfahrten schwierig bis unmöglich. Selbst an der Badestelle im Thyboronkanal steht eine ordentliche Welle. Weiter draussen gut 2m. Aber die Richtung passt schon mal besser und in der Nacht soll der Wind dann wirklich nachlassen. Für nächste Woche gibt es sogar eine günstige Prognose Richtung Ärmelkanal.

Wenigstens scheint wieder die Sonne nachdem es 2 Tage doch eher geregnet hat. Damit können wir unseren Ausflug zum Naturschutzgebiet, wo wir auf Seehunde etc hoffen, heute noch nachholen.

Der Hafen ist leer geworden. Man merkt, dass in Dänemark die Sommerferien zu Ende gehen. Wie immer leeren sich dann Ende Juli die Häfen. Zusammen mit dem Wetter sah es dann gestern dann schon herbstlich aus – aber wir hoffen, der Sommer macht nur mal kurz Pause. Wir fahren ja Richtung Süden.

Gewitter

Der Wetterdienst meldet mittelschwere Gewitter für Dänemark und die vorgelagerten Gewässer. Darin Starkregen, Hagel und mögliche schwere Böen. Das wollen wir nicht, also bleiben wir noch einen Tag in Mandal

Für das Hafenfest gestern Abend- 3 Bands direkt am Steg – gab es noch gutes Wetter. Heute auch hier teilweise strammer Wind, Bewölkung und durchaus kühlere Temperaturen. Nach über 3 Wochen mal wieder Zeit für die lange Hose, wir können uns nicht beschweren.

Richtung Ärmelkanal

Es deutete sich ja an – die Schotten haben die Schotten dicht. Deutschland und Norwegen stehen – anders als Malle und Madeira – trotz Niedriginzidenz weiter auf der Liste der gelben Länder. Dies bedeutet neben mehreren Test, dass man bei Ankunft in Schottland für 10 Tage in Quarantäne gehen muss. Nur wer in UK (!!) vollständig geimpft ist, kann die Qurantäne vermeiden. Schade aber Realität.

So haben wir schon bei der Ankunft in Mandal beschlossen Stavanger nur mit dem Bus zu besuchen (siehe Reisebericht). Mit dem eigenen Boot hätte es mindestens 3 Tage hin und auch wieder zurück bedeutet. Entlang einer eher schwierigen weil offenen Küste.

Jetzt tritt Plan B in Kraft: Wir werden über Dänemark, ggf Helgoland in den Ärmelkanal fahren und auf der EU Seite dann Richtung Biscaya reisen. Wir hoffen, dass morgen dazu der Wind passt.

Vorher geniessen wir direkt vor der Bühne liegend das Hafenfest in Mandal heute abend

Arendal

Wir bewegen uns an der Norwegischen Südküste – dem Feriengebiet der Norwegischen Wassersportler – langsam nach Westen.

Es ist weiter hochsommerlich, die Sonne scheint, die Temperaturen sind hoch aber der Wind ist doch eher schwach. So heißt es des öfteren Segel hoch, Motor aus – Segel runter, Motor an. Will man möglichst Segeln kommt man nur langsam voran. Die geplanten Tagesetappen stellen sich damit als zu optimistisch geplant das, wir bauen Zwischenstops ein. Nach Stavern ging es in das Sorlandet Ferienresort (siehe Reiseberichte) und dann nach Arendal (mit tatkräftiger Unterstützung des Dieselwindes). Bei der Ankunft um 13 Uhr mit mehreren Booten Kreiseln vor dem vollen Hafen. Ein freundlicher Norweger hatte aber signalisiert, dass er bald rausgeht – wenig später lagen wir in der Box. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen im Hafen, Einkaufen mit dem Boot und dann wieder in die Hütte auf dem nahen Felsen.

In der Stadt tobt das Sommerleben bis spät in den Abend – Restaurants, Eisdielen, sogar Live Musik. Es ist hell und warm.

Morgen sind wir 3 Wochen unterwegs. Damit ist auch klar, dass wir uns nicht auf einer Urlaubsfahrt befinden, die normalerweise ja eben 3 Wochen reicht. Etwas müssen wir uns noch daran gewöhnen. Wäschewaschen, Bootspflege etc war bislang bein Sommertörn nicht nortwendig, dafür aber möglichst viel sehen. Jetzt müssen wir die Balance etwas neu einjustieren

Nächster Stop soll Kristiansand werden. Leider ist jedoch für die nächsten Tage Wind genau von vorne angesagt.

Über Horten nach Stavern

Wir haben Oslo verlassen und sind gestern und heute über Horten nach Stavern aus dem Oslofjord herausgefahren.

Stavern ist ein norwegischer Ferienort. Im Winter leben hier 3000 Leute, im Sommer mehr als 10000. Der Gästehafen ist total überfüllt, viele Schiffe ankern vor dem Hafen. Aber Dank des freundlichen Hafenmeisters konnten wir noch einen Platz – mit Heckanker – reservieren.

Für Norwegen ist es sehr warm, noch um 19:30 Uhr brennt die Sonne.

Langsam werden wir uns in den nächsten Tagen nach Mandal vorarbeiten.

Dort entscheiden wir über die nächsten Schritte. Noch hat Schottland seine Einreisebedingungen nicht gelockert. Wenn dies so bleibt werden wir in Richtung Dänemark, Niederlande, Ärmelkanal abdrehen

Überfahrt Laesoe nach Oslo

Nach 27 Stunden Fahrt erreichten wir gegen Mittag Oslo. Wir liegen mitten in Oslo in der Aker Brygge Marina mit Blick auf das Rathaus.

Die Überfahrt war einfach. Eigentlich hatten wir durhaus Respekt vor dem Skaggerak und seinen Wellen. Die Soreg stellte sich aber als unbegründet heraus. Mit guten acherlichen Winden konnten wir an Skagen vorbei dann auf die Schwedische Küste halten. Hier wurde der generelle Süd-Nordstrom durch die südlichen Winde noch einmal etwas verstärkt, so dass wir trotz geringer Windstärke zügig voran kamen. Leider zog sich der Himmel entegen der Vorhersagen immer weiter zu, zum Glück blieb es aber bei Regen und es wurde kein Gewittter, wie wir es in Laeso in der Nacht zuvor erlebt hatten.

An frühen Morgen begrüßte uns der Oslofjord mit einem schönen Sonnenaufgang. Richtig dunkel war es garnicht geworden, mehr eine Phase der Dämmerung zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. Eine sehr schöne Stimmung auf dem Meer

Zu Oslo später mehr.

Wir sind glücklich, haben wir doch unser erstes Wunschziel erreicht.

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