Benalmadena- und weiter

Auf dem Weg von Benalmaldena nach Caleta de Velez bekommen wir zum ersten Mal einen Vorfall mit, den wir uns weitgehend zusammenreimen: ein Distress-Call eines Motorboots Miguel Christina wird gemeldet, Trafic Control versucht immer wieder Kontakt aufzunehmen, ein Gebiet 20 M weiter weg wird angegeben, Irgendwann hören wir arabischeund französische Funksprüche, die klingen, als würde die Marokkanische Marine systematisch einen Bereich abkämmen. Die MMSI des Funkgeräts gehört zu einem Boot, dass seit 5 Jahren nicht mehr bewegt wurde, vielleicht hat sich jemand ein Funkgerät mit der ID für die gefährliche Überfahrt organisiert.

Es ist soo heiß, so windstill. wir fahren an der Sierra Nevado vorbei, kein Schnee dort oben, unten Silos für Menschen, dann ein Streifen von Gewächshäusern. Caleta de Velez schafft es aber trotzdem, eine angenehme freundliche Atmosphäre zu schaffen, freundliche Leute im Hafen, gutes Essen im Restaurant an der Mole.

Die verdunstete Feuchtigkeit wird nicht weggeweht, es ist den ganzen Tag dunstig, die Berge schatten jeglichen Wind ab. Heute Motril, dann noch eine Etappe und wir haben Cabo Gato geschafft. Die Nachrichten sprechen von Hitze in Frankreich und Spanien, wir sind nicht allein.

Hier im Alboranmeer ist das Mittelmeer etwa 80 M breit, Sierra Nevada auf der einen Seite, Rif Gebirge auf der anderen Seite: Die verdunstete Feuchtigkeit wird nicht weggeweht, es ist den ganzen Tag dunstig, die Berge schatten jeglichenWind ab.

In Motril liegen wir im Clube Nautico im Industriehafen, Nach dem Essen sitzen wir noch im Cockpit und wundern uns über den Abendnebel, bis wir den Kopf wenden: nachts wird dort der Zement auf Frachtschiffe geladen.

Almerima:

Dunst, kein Wind, Hitze und Motoren..

Jetzt haben wir schon zweimal im Funk gehört, wie jemand im Brustton der Verzweiflung und des tiefsten Hasses „Fuck you, Fuck you Wladimir Putin“ schreit- ich stelle mir vor, dass ein Migrantenboot beim Queren des Mittelmeers gehindert wurde.

Die Plastikplanen der Gewächshäuser hier um Almerimar sieht man auf Google Maps deutlich als riesige weiße Fläche, darin ein graubraunes Resort für TUI, RIU und al, Palmen an der Promenade: ein kleiner Flecken Hochhäuser in einer Wüste aus Staub und Gewächshäusern. Hier werden alle Tomaten Europas angebaut, aber El Eijido, das Dorf in 4 km Entfernung zum Hafen und Zentrum der Agroindustrie liegt an Stelle 2500 der Gemeinden Spaniens (nach Durchschnittseinkommen sortiert). In der Nähe soll ein Vorzeigegewächshaus sein, aber es ist mir zu heiß (40°, die lokale Zeitung füllt drei Seiten mit der Hitze) mich auch nur zum Herausholen meines lieben Fahrrads zu bewegen. Wie soll es hier werden, wenn wir den Klimawandel nicht eingrenzen und die für hier prognostizierten +7° eintreffen: werden die Bauten hier angepasst werden mit zweiter Salzwasserleitung in Häusern und Kanalisation, Umbau zu kühleren Wohnformen, Strandbeschattung für alle, Umbau der Kultivierung zu Formen mit geringerer Wasserbelastung, keine Ahnung, was man wirklich so alles machen müsste- oder werden diese riesigen Immobilien verlassen, weil nicht mehr bewohnbar? Ich stelle mir Scharen von grünen Wellensittichen in den leeren Wohnhöhlen vor, Riesengeckos liegen mit Halsfalten in den löcherigen zurückgegliebenen Liegestühlen und im Sand huschen Chamäleons in die verbleibende Macchie.

San José

edlich hat die Windrichtung gedreht und der Poniente bläst die Wärme mit vollen Backen weg, bringt auch ziemlich Welle mit. Wir kommen ums Cabo Gato nach San José, nach all den riesigen Urbanisationen gradezu ein Balsam für die Augen, hier mal nur 2 stöckige Appartmentreihen zu sehen. Nicht weit von hier gibt es eine Wüste im Inneren, am Hafen besteht die sorgfältige die Zierbepflanzung aus Kakteen und Yukka.