Aviles


Heute sind wir dann nach Aviles motort, wenigstens sonnig, in der Hafeneinfahrt blüht es rosa am Kreidefelsen, an einem großen Spalier der verschiedensten Kräne vorbei, die langsam und behäbig über den Schiffen mit großen Gesten operieren. Eine große Werft, ein Bau von Niemeyer, die Verwaltung wollte ihre Version des Bilbao-Effektes (Anlocken von Touristen mit spektakulärer Architektur) ausprobieren. In der Zeitung wurde aber grade berichtet, dass das wie ein großes Flight Control Center aussehende Café seit fünf Jahren nicht verpachtet ist und nun der Rat neue gute Konditionen für einen neuen Pächter anbieten will. In der Stadt dann größere 50-80er Straßenfluchten, in der Zeit hat sich die Bevölkerung verdoppelt, ein Platz ist eine Kombination aus Vorfeld des Fußballstadions und neue Stadtmitte. Zwei alte Frauen sitzen auf einer Bank, spannen ihre Regenschirme gegen die Sonne auf und strecken die nackten faltigen Füße mit rotlackierten Zehennägeln der Sonne entgegen: Man feiert die Sonne, das Herauskommen, den ausgiebigen Schwatz. Im Fischerviertel eine wirklich uralte romanische Kapelle, hier wartet man noch auf die Feierlaune. Der Transportarbeiterstreik geht weiter, langsam werden die Frischwaren im Supermarkt knapp, immer wenn ich welchen finde, kaufe ich den Joghurt in den großen Packungen.