Die Osterpause ist vorbei

Seit einigen Tagen bin ich wieder auf dem Boot. Die Osterpause wurde gut genutzt für Arbeiten am Haus und das Lösen weiterer Probleme.

Jetzt geht es bald weiter in Richtung Barcelona. Vorher müssen – wie immer – ein paar Dinge am Boot gerichtet werden. Am Dringendsten ist dabei die UKW-Funktantenne -die ist nämlich nicht mehr da, abgefallen (wahrscheinlich). Schon auf dem letzten Teilstück der Fahrt nach Cartagena war mir aufgefallen, das wenig Verkehr auf Kanal 16 war und auch nur sehr wenige Schiffe auf dem AIS zu sehen waren. Ich hatte den Antennenstecker im Verdacht aber viel hatte es nicht gebracht. Gestern auf dem Achterdeck gesessen und den Blick nach oben gerichtet – Windex, Windmesser,…..keine Antenne. Hier muss über die letzten 2 Jahre sich die Schraubverbindung gelöst haben, ggf waren auch Vögel beteiligt, die öfter oben mal sitzen. Neben der Antenne soll dann noch endlich die Ladetechnik für die Batterien optimiert werden.

In Cartagena geht es mit den Feiern weiter – Cruz de Mayo an diesem Wochenende. Zahlreiche Bühnen, noch mehr Leute und Bartresen in den Straßen bei bestem Wetter, angenehme Temperaturen. Auf dem grossen Platz am Hafen zusätzlich heute Oldtimerschau, ca 100 Autos aus meiner Jungend oder davor.

In 8 Tagen dann kommt meine Tochter und in 4 Wochen geht es dann mit Ulrike weiter bis zum Sommer.

Von Caleta de Velez nach Cartagena

Meine Freunde kamen pünktlich aber leider fehlte noch ein Gepäckstück, welches aber am nächsten Morgen direkt an den Hafen geliefert wurde. Wir haben den Nachmittag dann noch zu einem Besuch in Malaga genutzt. Malaga ist von Caletade Velez mehrfach täglich in knapp einer Stunde mit dem Bus zu erreichen.

Dann ging es in Tagesetappen über Motril, Almerimar, San Jose und Garrucha nach Cartagena. Leider zeigte das Alboranmeer schon so früh im Jahr warum es als Schwachwindrevier gilt. Während einige Meilen weiter draussen der Wind noch weht, liegt man hier in einer ziemlichen Windabdeckung was aber nicht unbedingt für die Wellen gilt. So ergaben sich dann wieder Tage unter Motor und mit begleitendem Schwell. Dieser Schwell lief dann ungehindert in den Hafen von Garrucha. Fast schon gefährlich wurde das Boot heftig auf den Steg gedrückt. In Verbindung mit den unterirdischen Sanitäranlagen kann man für Garrucha durchaus ein negatives Urteil geben.

Von Garrucha nach Cartagena stand dann der Wind wenigstens so, dass wir ein großes Stück der Strecke gut Segeln konnten bevor wir dann gegen 21 Uhr in Cartagena einliefen. Cartagena mit seiner breiten Einfahrt und den gut angwelegten Fingerstegen und hilfbereiten Marineiros ist gut im Dunkeln anzufahren.

Da der Wind – und auch die Wellen – für die nächsten Tage genau von vorne kommen sollten, beschlossen wir in Cartagena zu bleiben. Damit hatten wir die Gelegenheit nicht nur die Sehenswürdigkeiten der Stadt sondern insbesondere auch die beeindruckenden Prozessionen zur Semana Santa zu erleben.

Pause in Caleta de Velez

Ein schöner Segeltag bring uns nach Caleta de Velez. Hier fährt Ulrike wieder nach Hause und ich warte auf meine Freunde zur Weiterreise nach Alicante.

Das immer noch angenehme Wetter – am Tage sonnig mit 22-25 Grad, in der Nacht kühl – erlaubt diverse kleine Arbeiten am Boot Insbesondere müssen einige Fugen im Teakdeck neu verfugt werden. Alles werde ich nicht schaffen. Hier fängt die Saison erst langsam an – einige Restaurants sind noch ganz geschlossen, andere haben nur begrenzte Öffnungszeiten. Aber zunehmend sieht man auch auf den anderen Booten Aktivitäten zur Vorbereitung.

Es ist schön aber eigentlich schon wieder zu trocken. Gestern kamen erste Nachrichten zu Waldbränden, diesmal in der Region Valenzia.

Besuch in Malaga

Von Fuengirola fährt man bequem mit der Bahn nach Malaga, alle 20 Minuten.

Nachdem wir letztes Jahr schon einige der Sehenswürdigkeiten erkundet hatten, standen diesmal mehr die Museen und Seitenstraßen auf dem Programm. Das Centre Pompidou liegt mit seinem bunten Würfel direkt am Hafen und zeigt wechselnde Ausstellungen. Das Museum Carmen Thyssen ist mehr bodenständig aber mit einer guten Sicht auf insbesondere spanische Künstler. Picasso gibt es im gleichnamigen Museum, das übrigens am Besten besucht war von den Museen.

Das Straßenbild im Zentrum war durchaus auch geprägt vom gerade stattfindenden Filmfestival, roter Teppich inklusive.

Das frühlingshafte Wetter mit angenehmen Temperaturen war genau das Richtige für den Bummel auch durch die Strassen der Stadt,, die noch nicht von den Touristen überfüllt waren in denen aber auch die Obdachlosen und Bettler auffielen.

Nach Fuengirola

Nach dem Wochenende ging es schon weiter. Die Windprognose sagte mehrere Tage schwachen Wind aus Ost an, daher beschlossen wir den noch bestehenden Westwind zu nutzen und an Marbella – dort waren wir ja letztes Jahr schon – vorbei nach Fuengirola zu fahren. Der Wind kam wie prognostiziert, war am Ende bedeutete, dass wir wenigsten die fast die Hälfte der Strecke Segeln konnten.

Verglichen mit Benalmadena, wenige Meilen weiter, wo wie letztes Jahr waren, ist sowohl der Hafen als auch der Ort deutlich kleiner. Aber der Hafen war in gutem Zustand und deutlich günstiger als Estepona. Wohl auch, weil es ein kommunaler Hafen ist.

Im Ort merkt man, dass es Bemühungen gibt die Transformation weg vom Billigurlaub hin zu mehr Qualität zu treiben. Teile der Strandpromenade sind erneuert, teilweise neue Restaurants – aber es wird ein langer Prozess sein. Jetzt in der Vorsaison war es noch sehr angenehm – und der Frühling liess sich deutlich erahnen. Der Ort war besser als erwartet.

Segelstart 2023

Nach den Vorbereitungen und kleineren Verzögerungen ging es auch sofort los. Erstes Ziel war Estepona – knapp 30 sm von Gibraltar entfernt. Die Windvorhersage war gut und damit legten wir gegen Mittag ab.

Der Start hatte es gleich in sich. Zunächst hieß es natürlich sich einen Weg durch die ankernden Frachter, Tanker sowie die Versorgungsboote zu suchen. Mit gesetzter Genua liess es sich gut an. Dann kamen wir aber blitzartig in den Bereich der Düse durch die Strasse von Gibraltar – der Westwind mit 4-5BFT nahm schnell auf 30-35kn (7 BFT+) zu, verbunden mit einer entsprechenden Wellenbildung. Mit 30% Genua erreichten wir bis zu 8 Kn Fahrt. Nach 30 Minuten war es dann weitgehend vorbei, wir kamen aus den Bereich der Düse heraus, Wind und Welle nahmen deutlich ab und nach einer Halse konnten wir Kurs Estepona anlegen. Kurz vor dem Hafen war dann der Wind – wie angesagt – ganz weg und der Diesel erledigte das letzte Stück. Der Tag hatte alles geboten.

Am Abend konnte man dann im Cockpit sitzen und auf den bunt beleuchteten Torre schauen. Wohl weil es Samstag war, war der Flanierbereich gut besucht aber nicht überfüllt.

Zurück ins Wasser

Durch die notwendigen Arbeiten am Unterwasserschiff dauerte unser Aufenthalt in der Werft einige Tage länger als geplant. Aber die feuchten Stellen mussten erst trocken sein bevor weiter gearbeitet werden konnte.

Parallel dazu haben wir das Unterwasserschiff sehr gründlich geschliffen und für das Antifouling vorbereitet. Daneben wurde der Rumpf gewaschen, poliert und gewachst. Am Mittwoch konnten dann die Löcher zunächst mit Glasfasermatten geschlossen werden, Donnerstag dann mit Epoxy versiegelt werden. Wir haben dann noch 1 Lage Primer gestrichen. Dann kamen 2 Lagen Antifouling und Freitag Mittag kam die Nils Holgerson dann wieder ins Wasser und an den Liegplatz.

Krantermin und unschöne Überraschung

Nach fast 2 Jahren war es an der Zeit das Unterwasserschiff zu reinigen und mit neuem Antifouling zu versehen. Insbesondere der Aufenthalt im Sommer in Alicante hatte zu deutlichem Bewuchs geführt, der sich schon bei der Fahrt bemerkbar machte.

Nachdem zunächst noch die kaputte Seewasserpumpe ersetzt wurde, warteten die Kranführer schon um uns pünktlich aus dem Wasser zu holen. In kurzer Zeit hing das Boot unter dem Kran und war bereit für die Hochdruckreinigung. Die Muscheln flogen nur so zur Seite weg. Aber obwohl die Arbeiter sehr gründlich arbeiteten, war klar, dass hier noch deutlich mit dem Schleifer nachzuarbeiten war. Die Muschel- und Pockenreste erwiesen die als ausgesprochen hartnäckig – härter als Beton. Am Ende wurde derRumpf zwar glatt aber noch immer sind deutliche Reste der Pocken zu sehen – nach gut 2 Tagen Arbeit.

Schlimmer waren aber einige kleine Löcher, die wir in Antifouling und Gelcoat fanden – Ansätze von Osmose. An einer Stelle wässrig und nach Essig riechend. Nicht gut. Zwischenzeitlich hat der Werftfachmann 3 Mal die Löcher erweitert um die Stelle trocken zu bekommen. Wir hoffen auf Morgen. Schon jetzt ist klar, dass der Werftaufenthalt mindestens eine Woche dauern wird. Hoffentlich nicht viel länger – aber es muss gemacht werden. Kein guter Saisonstart.

Baggerfahrer, Streik – dann Richtung Frühling

Der Start zurück zum Boot verlief eher holprig. Am Mittwoch hatte ein Baggerfahrer das – scheinbar einzige – Glasfaserkabel der Lufthansa in Frankfurt gekappt. Alle Flüge bis zum frühen Abend wurden abgesagt – nach 5 Stunden war ich wieder zu Hause und begann mit der Fluggesellschaft über eine neuen Termin zu telefonieren. Da für Freitag ein Streik angekündigt war, wurde es am Ende Sonntag bevor ich Richtung Málaga und Gibraltar aufbrechen konnte.

La Linea/Gibraltar empfing mich mit schon fast frühlingshaften Temperaturen, in den Folgetagen waren schon Stunden für das T-Shirt im Angebot. Das war auch gut so denn zunächst musste das Boot vom reichlich vorhandenen Winterdreck befreit werden – Saharastaub und die Industrieanlagen von Algeciras hatten deutliche Spuren hinterlassen. Technisch war aber alles in Ordnung. Obwohl es in den letzten Tagen noch ordentliche Stürme gab, waren keine Schäden am Boot vorhanden. Die abgeklemmten Batterien waren fast noch voll. Gestank oder Muff gab es auch keinen.

Zudem stehen jetzt einige Reparaturen und dann noch der Krantermin zur Unterwasserschiffreinigung an bevor es nach einem Besuch in Sevilla wieder ans Segeln geht. Gestern wurden wieder einmal ein paar Fugen im Teak-Deck ausgebessert- eine Arbeit, die eigentlich kontinuierlich ansteht, die aber nur bei trockenem Wetter durchgeführt werden kann.

Jahresstatistik 2022

Auch für dieses Jahr habe ich rückblickend eine kleine Statisktik erstellt

Unsere Route führte uns rund um Spanien entlang der portugiesischen Küste durch die Strasse von Gibraltar bis nach Ibiza und Valenzia zurück nach Gibraltar

c/o Google Earth

Vom 13. Februar bius zu meiner Abreise am 18.10 hatten wir 248 Reisetage – allerdings hatten wir im Sommer 48 Tage Pause gemacht

Besuchte Länder 2 (Spanien, Portugal) sowie Gibraltar zu Fuss

Angelaufene Häfen 44, davon 6 Häfen zweifach

Segeltage 47

Wir sind 2030sm gefahren – allerding musste und 225 Stunden nder Motor schieben.

Temperaturen hatten wir von 0 Grad (im Februar in Bilbao) bis über 40 Grad im Mittelmeer – insbesodnere das Mittelmeer war schon Ende Mai sehr warm und bescherte uns Anfang September Wasertemperaturen von fast 30 Grad

18 Monate und über 4000sm haben natürlich jetzt Spuren am Boot hinterlassen – das Antifouling muss dringend neu gemacht werden, die Großsegelpersenning ist erneuert worden, die Großschot muss neu gemacht werden, die Batterien für Service und Autopilot (7 Jahre alt) wurden ersetzt und neben Problemen in der Elektrik für den Motor muss auch die Seewasserpumpe ersetzt werden. Aber auch dieses Jahr sind wir jede Etappe ohne große Probleme ans Ziel gekommen.

Das nächste Jahr ist in Planung

Allen Lesern einen Guten Rutsch und ein Gesundes Neues Jahr

Jürgen und Ulrike

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