Winterpause

Aus persönlichen Gründen haben wir die Winterpause dieses Jahr recht früh begonnen. Unser Schiff liegt neben Gibraltar in der Alcaidesa Marina. In den letzten Tagen hatte ich es noch eingewintert (Ölwechsel, Kühlschrank leer, Batterien abgeklemmt etc) bevor es dann auch für mich bis Mitte Februar nach Deutschland ging. Mit Gibraltar haben wir einen Ort, der uns recht früh im nächsten Jahr eine Start in verschiedene Richtungen erlaubt – nochmal Mittelmeer, Algarve, Afrika. Noch haben wir uns nicht entschieden.

Eine Saisonzusammenfassung kommt in den nächsten Tagen.

Marbella – La Linea (Gibraltar)

Der letzte Fahrttag fing früh an – es war eine längere Strecke zu fahren und wir wollen vor dem angekündigten Gegenwind am Ziel sein. Der Plan ging weitgehend auf, nur die letzte Stunde etwa motorten wir um den Felsen herum in strammen Wind gegenan. Auch Kapeffekt, an der Marina war der Wind schon wieder deutlich schwächer.

Kurz vor der Einfahrt in die Bucht passierten wir den gesunkenen Frachter, der vor wenigen Wochen eine Tanker gerammt hatte und dann vor den Strand gezogen wurde. Die Umweltgefahr ist noch nicht gebannt. Mikt Hochdruck versucht man die Tanks zu leeren, die Fracht (Stahl) zu vergen und dann den Frachter zu zersägen und nach NL zu verbringen. Die Herbststüme drohen aber.

Am frühen Nachmittag la die Nils Holgerson in der Alcaidesa Marina fest. Hier wird sie jetzt 5 Monate bleiben.

Wir hatten von Alicante 8 Fahrttage in denen der Wind uns leider nicht so gesonnen war, so dass wir doch die größere Strecke motoren mussten. Aber neben den Elektrikproblemen und der eingefahrenen Leine ist alles gut verlaufen. Jetzt muss noch die Seewasserpumpe repariert werden – genug Arbeit für das Winterlager.

Die Reise beschlossen wir natürlich mit einem ausgiebigen Besuch auf dem Felsen von Gibraltar. Ein sachkundiger und redegewandter Führer zeigte uns die Highlights- die Affen, die Tropsteinhöhle, das Stollensystem. Zum Abschluss dann Fish&Chips und ein kleiner Gang durch die eigentliche Stadt, in der man zunehmend Italienisch hörte – 2 Stunde vorher hatte ein italienischer Kreuzfahrer angelegt. Mit Begrüssungszetteln wurden die Reisenden in die Läden gelockt.

Heute Morgen hiess es für meine Freunde dann Abfahrt nach Hause. Ich werde noch einige Tage bleiben

Caleta de Velez – Marbella

Am nächsten Morgen mussten wir noch kurz Nachtanken, dann ging es Richtung Marbella. Genauer in die etwas am Rande gelegene Bajdilla Marina. Hier erwarteten wir etwas mehr Ruhe, als im Sportboothafen mit seinen Restaurants und Bars, die und am Sommer bis in den frühen Morgen beschallt hatten. Nach wieder überwiegend Motorfahrt erreichten wir Bajdilla wo uns der Marineiro eher unbeholfen beim Festmachen am fast leeren Steg unterstützte. Gute Wahl, Marina war ruhig, sanitäre Anlagen gut. Durch die Randlage war man schnell im Zentrum, hatte aber zB mehrere lokal besuchte Restaurants direkt nebenan.

Am nächsten Tag konnten wir die Altstadt von Marbella erkunden – sahen Teilen, die ich im Sommer noch nicht gesehen hatte. Marbella hier ist sicher besser als sein Ruf, es gibt viel sorgsam restauriertes zu sehen. Natürlich neben den zahllosen Touristenappartments und Restaurants. Der Tag hatte sich aber gelohnt.

Motril – Caleta de Velez

Caleta de Velez gab uns erst am Morgen die Zusage, dass ein Liegeplatz verfügbar wäre. Dorthin musste vollständig der Motor arbeiten.

Auch hier war Nachsaison – Viele Restaurants wegen Saisonende oder Urlaub geschlossen, niemand am Strand. Die Strandduschen waren wegen Wassersparmassnahmen abgestellt. Das Hafenbecken, dass auch eine ordentliche Fischerreiflotte beherbergt war erschreckend verdreckt – Öllachen, PLastikmüll etc. So kannte ich es aus anderen Häfen nicht.

Aber der Fisch am Abend im Restaurant direkt an der Hafenmauer hat sehr gut geschmeckt. Ob er aus einer der nahen Fischzuchtanlagen kam, konnte wir nicht erfahren.

Almerimar – Motril

Die Vorhersage blieb bei schwachen Winden, wir hatten daher beschlossen, nach einer Nacht in Almerimar weiter in Richtung Motril zu fahren. Das der Tag trotz schwacher Winde noch aufregend würden, hatten wir noch nicht auf dem Schirm. Über die Mittagszeit setzten wir etwas die Genua, die uns aber nur langsam in Richtung Ziel brachte. Aber wir genossen dabei die Ruhe und das schöne Wetter.

Das Mahlheur passierte beim Anlegen – beim Festmachen der achterlichen Mooringleinen (2) kam die 2. Leine in den Propeller, der noch nicht im Leerlauf war. Also Badehose an und tauchen. Sahen die ersten Versuche noch so aus als ob wir die Leine wieder vom Propeller bekämen, mussten wir nach 45 Minuten feststellen, dass ein Teil der Leine doch fest um die Welle gewickelt war. Ausserdem machten sich kleine, blaue Quallen sehr unangenehm bemerkbar. Zum Glück war der Taucher der Tauchschule noch vor Ort. Vom Marineiro gerufen, hatte er nach weiteren 30 Minuten die Leine endgültig gelöst – wir hätten das nicht geschafft. Inzwischen war es spät geworden. Das Clubrestaurant, in dem wir im Sommer ganz nett gegessen hatten, ist in der Nachsaison nur bis Nachmittag geöffnet. In der nahegelegenen Bar bekamen wir noch Abendessen, obwohl schon fast zu war.

Cartagena – Almerimar

Wie vorhergesagt kam der Wind erst am frühen Morgen, um 5 Uhr konnten wir die Segeln setzen und dann fast die Hälfte der Strecke nach Almerimar segeln. Am Ende nahmen wir dann doch noch etwas den Motor, es wurde spät und Gewitter zuckten durch die aufkommende Abenddämmerung. Anlegen, schnell Einkaufen und schon bald merkten wir die Müdigkeit nach der Nachtetappe. Auf Grund der Wettervorhersage beschlossen wir am nächsten Morgen schon weiterzufahren.

Torrevieja – Cartagena

Nachdem wir das Problem im Zündschloss vermuteten, konnte ich am Morgen in Torrevieja noch ein Ersatzzündschloss bekommen. Aber auch nach Einbau des neuen Schlosses konnte der Motor nicht starten – nur durch Kurzschliessen des Anlassers. Ausserdem waren alle Instrumente ausgefallen.

Wir starteten dennoch nach Cartagena, um den wenigen Wind wenigsten etwas zu nutzen. Tatsächlich konnten wir so zwar langsam aber doch ein gutes Stück der Strecke segeln. Es war jedoch schon spät und dunkel als wir in Cartagena ankamen – Essen beim Inder war dennoch gut. An der Stadt um 22 Uhr merkte man die Nachsaison, es war ruhig.

Nach weiteren Versuchen der Reparatur des Schaltpultes suchte ich den Werftbetrieb auf – der versprochene Rückruf zwecks Termin blieb aber aus. Zwischenzeitlich hatten wir ein Kabel neu verlegt und konnten wenigsten den Motor wieder vom Panel starten, die Instrumente waren aber tot. So entschieden wir nach einer kurzen Stadtbesichtigung am Abend nach Almerimar zu starten. Kurz Tanken und ab ging es in die Nacht.

Alicante – Torrevieja

Meine Freunde kamen am Freitag Abend pünktlich an um gemeinsam nach Gibraltar zu Segeln. Nach dem Einkaufen war der Samstag der Besichtigung von Alicante gewidmet.

Sonntag dann Abfahrt. Da die Wettervorhersage eher schwachen Wind vorhergesagt hatte, war das Ziel Torrevieja. Gut gewählt, da der Wind noch schwächer war als vorhergesagt. Beim Starten das Motors kurz vor dem Ziel dann: Nichts, kein Anlasser. Prüfen der Batterien ergab kein Problem. Nach einigem Suchen dann wenigstens ein Motorstart durch Kurzschliessen des Anlassers mit kurzen Kabel. Durch die verschiedenen Aktionen war es schon etwas später geworden – aber ein nettes Restaurant konnten wir noch finden. Viel hat Torrevieja auch nicht zu bieten.

Ausflug nach Villajoyosa

Bevor es nächste Woche dann weiter in Richtung Gibraltar geht, habe ich heute noch einen Ausflug nach Villajoyosa gemacht. Mit der Strassenbahn ist man in 1 Stunde in diesem kleinen Küstenort zwischen Alicante und Benidorm.

Der Ort besitzt eine wirklich schöne und gut erhaltene Altstadt, enge Gassen schirmen das Sonnenlicht ab, Autoverkehr ist nur mit Sondergenehmigung zugelassen. Es war sehr ruhig – vielleicht auch wegen der ausgedehnten Mittagspause. Viele der Häuser sind in gutem Zustand, es wird instandgesetzt, die Association des Centro Historico ist offensichtlich auch aktiv. Es gibt Wandmalereien und Kunstinstallationen.

Am wunderschönen Strand dann auch die Restaurants und Bars. Man merkt hier stärker als in Alicante, dass die Saison zu Ende geht. Der Strand war leer, die Restaurants mittel besucht – man sah die ersten Mäntel und Pullover (bei 26 Grad)

Der Herbst wird eingeläutet

Wir segeln netter als erwartet nach Alicante zurück. Baden und noch einmal elegant essen gehen, wie angenehm bei trockenen 27° und nettem Jazz zu speisen, sehr cool. Für Ulrike geht es zurück, einies ist zu Hause zu erledigen, Jürgen wird mit seinen Freunden das Boot anfang Oktober nach Gibraltar zurücksegeln. Es ist spürbar, dass sich ein Wetterwechsel ankündigt, hoffentlich ist der Wind für die nächste Strecke günstig und ausreichend stabil.

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