Von Gribraltar nach Benalmadena

Beim Umrunden von Punto Europa, dem Leuchtturm am Ende von Gibraltar hören wir im Funk, wie ein Spanisches Kriegsschiff um Durchfahrterlaubnis bittet und den Bescheid bekommt, sie seien bereits im Britischen Gebiet, dies sei ein schwerer Vorfall gemäß UN Konventionen und würde gemeldet, der komplizierte Text kam ruckelfrei und effektiv kommuniziert, auf den weiteren Etappen werden wir ähnliches weitere Male hören, Gibraltar und Spanien haben eine offensichtlich gut eingeschliffe Konfliktkultur.

Am Punto Europa stinkt es gewaltig, im Internet finde ich eine Meldung von 2018, dass ein Klärwerk für die Salzwasser-Abwässer von Gibraltar beauftragt ist, fertig sollte es in 2020 sein. 2020 dann ein Gutachten, dass es Einsprüche gibt ,die nebenan angesiedelte Uni ist nicht über Ansicht und Geruch erfreut, außerdem kann man sich mit den Spaniern nicht über die Abnahme der anfallenden Feststoffreste einigen. Wie in Guernsey, also alles weiter ins Meer kippen..

Motoren bis Estepona, die Altstadt ist deutlich andalusisch und netter als erwartet, aber weit weg vom Hafen

Nach Marbella konnten wir etwas segeln, Delfine, guter Tag. Der Puerto deportivo Marbella (nicht Hafen für die Berühmtheiten, das ist Puerto Banús) ist Partymeile, dazu ist noch die Feier des Stadtheiligen. Verschiedene Confradias (Bruderschaften, ich denke so etwas wie Thematische oder Viertel-orientierte Vereine) haben Stände organisiert. In der lauen Luft unter riesigen alten Gummibäumen und Bananenstauden entsteht ein tropisches Veracruz Gefühl. Sehen und Gesehen werden, ein Schwatz hier und da, man trifft sich im Flamenco Outfit, die Stadt hat Musiker organisiert, Karibische Rythmen und Andalusische Lieder, einige können die Patatas, das Klatschen im Rythmus zum Canto Jondo. Parteien machen Wahlkampf, ab Mittag wird das Hafenbüro geschlossen, dann wird getanzt, flaniert, gefeiert. Ich finde die Kleider sehr eindrucksvoll, teilweise wohl über Jahre zusammengesammelt, mit schönen Kämmen, Tüchern, Ohrringen, Tanzschuhen, alle Frauen sind schön darin und bewegen sich elegant. Nach dem einen oder anderen Glas tanzen auch Männer formvollendet auf dem Podest, man sieht alte Flamenco -Schule und Lust an der formvollendeten Bewegung. Abends am Hafen geht das Fest weiter, viele Frauengrüppchen, die Polizeit fährt groß auf inklusive Drogenhunden, wir flanieren und schauen uns die Augen aus.

Am Mittwoch sehen wir große Rauchwolken aufquellen, abends sehen wir Glutnester an der Bergflanke von Pujerrra. Es der erste und viel zu frühe Waldbrand, ein Feuerwehrmann erleidet sehr schwere Verbrennungen, die Wasserflugzeuge kommen unablässig vorbei.

Nach Malaga hin haben wir leichten Gegenwind, aber das Meer ist platt und so kreuzen wir hin und her, ziemlich zufrieden den Tag auf dem Wasser zu verbringen. Wir liegen in Benemaldena, Baden, Strandleben. Abgeranzte Einfallstrassen, heruntergekommene Blocks, aber dann auch wieder 5 Sterne Hotels und gepflegte Pensionen. Man spricht englisch, russisch, französisch in den Maklerbüros und Notariaten. Bei den Heizkosten mag es auch billiger sein, die Rente in Benalmadena zu geniessen als in Manchester oder Birmingham.. Malaga selbst hat eine schöne Alameda und der Gang auf die Gibramar Festung gibt einen großartigen Blick freu auf die Altstadt, Mit Katrin sehen wir uns das Automobil und Modemuseum an, und spazieren über die neu angelegte Promenade mit Pergola.

Leider müssen wir Katrin zum Flughafen bringen, die schöne Zeit zusammen ist vorbei

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.