Barbate

Auf dem Weg nach Barbate hören wir einen PAN PAN Funkruf, später laufen wir gleichzeitig mit einem Catamaran ein, der von der Rettung geschleppt wird. Nach einer Orca Interaktion ist das Ruder kapput.
Früher Barbate de Franco, jetzt wird verschämt verschwiegen, dass Franco sich hier gerne aufgehalten hat..
Zwei schöne Strände, einen westlich vom Hafen, etwas wilder, einer östlich im Stadtgebiet an der Promenade. Der Barbate Fluss hat etwas Marschland-Charakter, die Innenstadt ist andalusisch, wieder auffällig die Gitter vor den Erdgeschossfenstern. Alles sehr zurückgenommen. Hier und in Zahara de los Atunes gehen die Fischer auf Thunfischfang mit Almedrabas, wesentlicher Bestandteil dieser Fangmethode sind Netze, die die Blauflossenthunfische auf ihrem Zug ins Mittelmeer zum Laichen abfangen und einkesseln. Früher haben die Fischer von kleinen Booten die eingekesselten Fische mit Speeren und Harpunen getötet und dann in die begleitenden großen Boote gezogen (die Tiere wiegen ausgewachsen 200 kg) als die großen Maschinen verfügbar waren haben sie teilweise die letzte Kammer komplett hochgezogen, heute gilt das Fleisch der Fische, die solch einen Adrenalinschub vor der Tötung hatten, als hart und minderwertig, Taucher töten je nach Nachfrage einzelne Exemplare. Neben uns kam mehrfach am Tag ein Schlauchboot an, ein Taucher drin, mit Harpunenausrüstung, vielleicht war das der Schlächter vom Dienst. Ob eine Verwandtschaft zwischen Thunfischjagd und Stierkampf existieren könnte und dem Erstarken der rechten VOX Bewegung in Südspanien. Es gibt ein Sterne-Restaurant nur mit Thunfischgerichten in Zahara de los Atunes, Wir treffen eine Gruppe von Studenten der HFF, die einen Film über die Orcas drehen wollen, sie fragen uns, ob sie uns nach Gibraltar begleiten können, sie dürfen während der Fahrt von unserem Boot aus filmen.
Der Segeltag wird schön, Sonnenschein, Wind von hinten, erst schwach, dann auffrischend, bei Tarifa sehen wir harmlose Overfalls, und dann rauschen wir mit 7,5 Knoten und Strom von hinten durch die Straits. Im Süden Afrika, an der nächsten Stelle nur 7 M entfernt, man erkennt Hafenanlagen, Überwachungsradars. Wir hatten Teile eines Funkverkehrs mitgehört, in dem Tarifa Traffic Control nach Notwendigkeit von Hilfe fragt und dann eine Ankündigung der Ankunftszeit des Rettungsboots macht.
Bei der Ankunft in La Linea sehen wir eine große Schule von Delfinen, die sich in der großen Bucht zwischen den vielen ankernden Berufsschiffahrtspötten verkrochen haben, Im Hafen schließlich werden die Geschichten über die Orcas getauscht. Man kann live erleben, wie Seemansgarn entsteht: in Barbate noch hatte ich mit Nachbarn über die Orcas gesprochen und der Nachbar meinte in vollem Ernst, die Schießübungen dienten der Vertreibung der Orcas, als sein Kumpel aus dem Cockpit rief, das sei doch gar nicht wahr, er habe das nur so erzählt. Man ist froh, dass vielleicht die Strategie,, küstennah zu fahren die auch von der Gruppe OrcaIberica empfohlen wird, aufgegangen ist.
Der Segeltag war einer der schönsten seit langem und die Zeit mit dem Filmteam hat Spaß gemacht. Sie sprechen mit so vielen Leuten, halten Ohren und Kamera offen, bestimmt wird es eine sehr interessante Abschlussarbeit.


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