Nach Vilamoura

Welle und nicht genug Wind von hinten, unsere Mittelklampe ist nach einer Patenthalse dahin! Ich möchte nicht wissen, was passiert wäre, wenn der Bullenstander nicht die Klampe geopfert hätte. Sieht aus, als müssten wir uns mit Holzarbeiten und Unterlegplatten befassen 🙁

Ich bin immer noch nicht so richtig orientiert, welche Leine wann wohin gehört, und so wäre ich, wenn uns nicht der Marinero Wind mit dem Schlauchboot in Richtung Steg gedrückt hätte, wohl noch immer dabei, das Schiff breitseits gegen den Wind an den Steg zu ziehen. Unser Platz im riesigen Hafen ist bei den kleinen Booten und ich wundere mich, warum denn ein Helikopter die ganze Zeit über uns kreiselt. Irgendwann entwickele ich die Theorie, dass das die Klimaanlage des ***** Resorts ist, das uns den Blick aufs Wasser verstellt.

Vilamoura ist komplett als Ferienort der Phantasie eines Investors entsprungen, keine Schule, nur zwei einfache Lebensmittelgeschäfte, Ärzte für Ausländer, nach mehreren Besitzerwechseln nun im Besitz von Lone Star Investments. In der Marina mehrheitlich große und noch größere Motorboote, wir liegen neben einem mit dem Namen Dom Ruinart. Ausflugsboote mit Junggesellenabschieden oder Junggesellinnenparties laufen jauchzend gegen die Welle aus, am Steg sehr schicke Bars. Unter all den schicken Leuten ist auch immer einer dabei, der die Freude des Wiedererkennens des Clichés bedient: Dicker Anzugträger mit lässig auf Knie der unscheinbaren, aber bemühten Begleitung abgelegtem Arm: alles meins; Arrangeure verschwenderischer Tischgemeinschaften; die Dame mit diskretem Blick zur Seite, während die Begleitung konzentriert versucht, den Drink vor sich zu fokussieren, aber leider der Kopf wegfällt; Anbaggerei allerorten, inklusive Mulattas und Gentlemans Etablissements. Im vereinzelten Supermarkt eine Engländerin mit pinkem sunshade und Golfoutfit, normale englische Hausfrauen legen substanzielle Ginflaschen-Vorräte an. Das pralle Leben, alles signalisiert: hier wird Urlaub gemacht auf gehobenem Niveau, hier trägt man Riemchenschuhe oder Mules. Bislang die Marina mit dem höchsten Glamourfaktor 🙂

Isla Canela

Morgens Wind, mittags Flaute, abends 4-5 bft bei schönstem Sonnenschein. Dieser Hafen ist die kleine, in die Jahre gekommene Version des Modells Resort+ Hafen von Vilamoura, auf der spanischen Seite des Grenzflusses, die Geschäfte mickerig, fast alle zu. Hier verbringt man ein paar Tag auf der ländlichen Seite, nachts Hundegebell.

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